Leonce & Lena II | Büchners Welt
Leonce & Lena II | Büchners Welt
Zum Inhalt der Episode
Wir setzen unser Gespräch über Leonce & Lena fort, Büchners einzige Komödie. Ganz büchnertypisch bleibt sie nicht bloß Lustspiel: Schon das Motto „Und der Ruhm? – Und der Hunger?“ bricht den Glanz. Der Aufführungsskandal fast hundert Jahre später zeigt, dass Büchners Angriff auf Klerus und Fürstenhaus auch 1923 noch gefährlich war: Das Darmstädter Bürgertum pfiff die Inszenierung aus. Und trotzdem wurde kurz darauf der Büchnerpreis als hessischer Kulturpreis eingeführt. Neben der scheinbar utopischen Endszene bleibt Büchners Empörung über Müßiggang und Wohlstand im Angesicht des grassierenden Hungers spürbar. Wir diskutieren, wie wir das Stück und dessen Themen heute verstehen: Hatte Büchner eine ähnliche Sehnsucht nach Langeweile wie wir heute?
Zur Sendung
Im Kern der Sendereihe Büchners Welt steht Georg Büchner. Um ihn, seine Werke, seine Familie und seine Freundschaften spinnt sich ein Netz von Bezügen, Wirkungen, Ereignissen und Forschungen, die schier endlos erscheinen und in diesem Vielklang auch noch lange nicht abschließend beschrieben sind, ja wohl gar nicht abgeschlossen werden können.
Luise und Peter Brunner wollen in ihrer Sendung gemeinsam mit den Zuhörer:innen in diese Welt eintauchen. Dabei spielen nicht nur Büchners familiäre Bande eine zentrale Rolle, sondern auch die Vater-Tochter Beziehung zwischen Peter und Luise.
Peter Brunner beschäftigt sich seit Anfang der 2000er Jahre intensiv mit der Familie Büchner und begann, sich für die Sanierung der Pfungstädter Villa Büchner zu engagieren. Später hat er die Familienbiographie „Die Büchners oder der Versuch, die Welt zu verändern“ mit zwei Ko-Autoren veröffentlicht, Veranstaltungen in Darmstadt zu Georg Büchners 200. Geburtstag kuratiert, Aufsätze und Textbeiträge zum Thema veröffentlicht, zahlreiche Bilder und Texte zusammengetragen und den Stammbaum der Familie zusammengestellt und erweitert. Seit 2017 leitet er das Museum Büchnerhaus in Georg Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau und ist Gründungsmitglied des hessischen Literaturrates, der Luise Büchner-Gesellschaft und von „BüchnerFindetStatt“.
Peters Tochter Luise ist heute Soziologin und Gewerkschaftssekretärin. Seit ihrer frühen Kindheit erlebt sie die lebendigen Geschichten, die ihr Vater von den Büchners erzählt. Zwar ist sie vertraut mit den zahlreichen Figuren und Anekdoten, die sich um die Büchners ranken, doch es gibt viele lose Enden der Erzählungen und viele ungeklärte Kontexte. In dieser Sendung will Luise versuchen, diese nie zu Ende geknüpften Netze von Zusammenhängen zu verbinden und die überraschenden aktuellen Bezüge zu hinterfragen. Peter stellt sich diesem Versuch, in jeder Folge im Gespräch mit seiner Tochter einer offenen Frage nachzugehen – von den politischen und historischen Hintergründen über die literarischen und wissenschaftlichen Aufsätze bis zu den Familienmitgliedern in der Welt der Büchners.
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